Dieses Leitbild wurde von Fachkräfte – Netzwerken in ganz Deutschland entworfen und soll Ihnen einen Leitfaden geben, was Sie von den im Netzwerk tätigen und empfohlenen spezialisierten Fachkräften erwarten können. Es beschreibt die gemeinsamen Werte, Haltungen und Arbeitsweisen der Mitglieder des Netzwerks.
Ziel ist eine fachlich fundierte, respektvolle und individuell ausgerichtete Zusammenarbeit im Bereich oraler Restriktionen. Alle Mitglieder handeln, im Sinne der Netzwerkphilosophie verantwortungsvoll, transparent und kollegial.
Unser Leitbild
Stand: 08/2026
- Informierte Entscheidungen ermöglichen
- Übungen zur Verbesserung der Zungenfunktion
- Freiwilligkeit von Beratungs- & Betreuungsverträgen
- Kontinuierliche Fort- & Weiterbildung
- Kollegialer Austausch & interdisziplinäre Zusammenarbeit
- Grundsatz der Netzwerkphilosophie
- Gemeinsames Selbstverständnis
1. Informierte Entscheidungen ermöglichen
Die Mitglieder des Netzwerks verpflichten sich, Betroffene sachlich, verständlich und evidenzorientiert über orale Restriktionen, mögliche Auswirkungen sowie Behandlungs- und Begleitoptionen aufzuklären.
Wir positionieren unsere Arbeit klar im Rahmen unserer jeweiligen Qualifikationen und machen transparent, welche Leistungen wir auf welcher fachlichen Grundlage anbieten. Die Grenzen zwischen den Disziplinen sind naturgemäß fließend – gute fachliche Begleitung berücksichtigt angrenzende Themen und gibt dazu Hinweise.
Ziel der Beratung ist es, Betroffene dabei zu unterstützen, eigenverantwortlich eine informierte Entscheidung treffen zu können. Dabei werden unterschiedliche Wege, individuelle Bedürfnisse sowie die Grenzen diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen transparent kommuniziert.
Eine erste Einschätzung kann in Ausnahmefällen online erfolgen, darf eine folgende persönliche Betreuung vor Ort jedoch nicht ersetzen.
2. Übungen zur Verbesserung der Zungenfunktion
Übungen zur Verbesserung der Zungenfunktion sind Bestandteil einer ganzheitlichen Begleitung und dienen dem funktionellen Verständnis sowie der Unterstützung der betroffenen Person. Diese Übungen sollten individuell an die jeweilige Person und deren Alltagssituation angepasst sein.
Die Mitglieder des Netzwerks vermarkten solche Übungen nicht gesondert oder isoliert als eigenständiges Verkaufsprodukt. Weiterhin werden Betroffene nicht durch Ausübung von emotionalem Druck dazu gedrängt, Verträge für das Zeigen von Übungen zu unterzeichnen. Betroffene entscheiden selbst bzw. gemeinsam mit der Fachkraft, welche Übungen für sie möglich sind.
3. Freiwilligkeit von Beratungs- & Betreuungsverträgen
Betroffene erhalten Hilfestellung unabhängig davon, ob sie weiterführende Angebote in Anspruch nehmen möchten. Die Mitglieder des Netzwerks achten die Entscheidungsfreiheit der Betroffenen und gestalten ihre Angebote transparent, fair und ohne Verpflichtungsdruck.
Sofern Paketpreise angeboten werden, werden diese bereits vorher von der Fachkraft klar und verständlich kommuniziert. Pakete sollten angepasst an den individuellen Bedarf der Betroffenen gewählt und angeboten werden. Kostenpflichtige Pakete sollten angemessen sein und sich auf den Bereich, für den die jeweilige Qualifikation der Fachkraft vorliegt, beschränken.
Bei Überschneidungen arbeiten die Akteure des Netzwerkes im Sinne der Betroffenen zusammen.
4. Kontinuierliche Fort- & Weiterbildung
Die Mitglieder aktualisieren ihr Wissen zu oralen Restriktionen sowie angrenzenden Fachgebieten regelmäßig.
Hierzu gehört auch der interdisziplinäre Austausch mit anderen Fachgruppen z.B. im Rahmen der quartalsweise stattfindenden Netzwerktreffen.
Somit soll gewährleistet werden, dass Betroffene stets individuell nach ihren Bedürfnissen betreut und begleitet werden.
5. Kollegialer Austausch & interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die Mitglieder des Netzwerkes pflegen einen respektvollen, wertschätzenden und professionellen Umgang untereinander. Ziel ist eine konstruktive Zusammenarbeit im Sinne der Betroffenen.
Der fachliche Austausch der Mitglieder mit unterschiedlichen Kompetenzen fördert die Entstehung eines lernenden und unterstützenden Netzwerks, von dem die Betroffenen profitieren, da sie die für sie passende Unterstützung finden.
6. Grundsatz der Netzwerkphilosophie
Alle Mitglieder handeln und beraten nach dem gemeinsamen Grundsatz:
„Weniger ist mehr – so viel wie nötig, so wenig wie möglich.“
Dieser Leitsatz steht für eine verantwortungsvolle, individuell angepasste und zurückhaltende Begleitung. Maßnahmen müssen stets bedarfsgerecht, nachvollziehbar und am Wohl der Betroffenen orientiert sein.
7. Gemeinsames Selbstverständnis
Das Netzwerk versteht sich als interdisziplinäre Gemeinschaft, die fachliche Qualität, Transparenz, ethisches Handeln und gegenseitigen Respekt in den Mittelpunkt stellt.
Mit der Zugehörigkeit zum Netzwerk verpflichten sich die Mitglieder, nach diesen Grundsätzen zu handeln.
Unsere Partner-Netzwerke
Das Leitbild wurde gemeinsam mit folgenden Netzwerken entworfen:
Nordheide & Umgebung
KORI
Kompetenznetz orale Restriktionen interdisziplinär
Bayern
Zungenband Süd
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